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So finden junge Leute aus dem Chiemgau ihren Ausbildungsplatz
Ausbildungsroas am 24.04.2026
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Für viele Jugendliche ist die Frage nach dem passenden Beruf ein wichtiger Schritt auf dem Weg ins Erwachsenenleben. Gerade in den Abschlussklassen beginnt für viele die Phase, in der aus ersten Interessen konkrete Ideen für die Zukunft werden. Orientierung, Einblicke und persönliche Gespräche spielen dabei eine zentrale Rolle. Genau hier setzt die Ausbildungsroas im Schulzentrum Trostberg an.
Rund 120 Unternehmen, unzählige Gespräche und mittendrin junge Menschen auf der Suche nach ihrem Weg: Die Ausbildungsroas, veranstaltet von der Chiemgau GmbH und dem Wirtschaftsverband Landkreis Traunstein, hat sich in der Region als wichtige Plattform für die Berufsorientierung etabliert. Vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum international tätigen Unternehmen präsentieren sich hier Arbeitgeber aus ganz unterschiedlichen Branchen. Für viele Jugendliche ist die Messe der erste echte Berührungspunkt mit der Arbeitswelt – und nicht selten der Anfang von etwas Größerem.
Vor Ort geht es nicht nur um Infomaterial und Berufsbilder, sondern vor allem um persönliche Begegnungen. Schülerinnen und Schüler können direkt mit Ausbildern, Personalverantwortlichen und Azubis ins Gespräch kommen, Fragen stellen und in lockerer Atmosphäre einen ersten Eindruck gewinnen. Genau dieser unmittelbare Austausch macht den Unterschied: Er schafft Nähe, nimmt Berührungsängste und liefert oft ehrliche Einblicke, die weit über das hinausgehen, was auf einer Website oder in einer Broschüre steht.
Wie gut das funktionieren kann, zeigen die Erfahrungsberichte von fünf Auszubildenden aus unterschiedlichen Unternehmen im Chiemgau. Sie erzählen, wie aus einem ersten Kontakt am Messestand mehr wurde – und warum sie anderen Jugendlichen empfehlen, diese Chance für die eigene Orientierung zu nutzen.




Der erste Kontakt auf der Messe war für Florian so überzeugend, dass er sich in den folgenden Tagen weiter über den Betrieb informierte und direkt seine Bewerbung abschickte. Heute ist er im Einkauf eingesetzt, seiner Wunschabteilung. „Dort fühle ich mich bis heute am wohlsten.“ Die Ausbildung selbst lobt er für ihre Breite: „Man durchläuft wirklich alle Abteilungen – vom Lager bis ins Büro. Dadurch bekommt man einen kompletten Überblick." Seine Zukunftspläne sind bereits klar: Er möchte im Unternehmen bleiben und sogar den Ausbilderschein machen.
Sein Rat an Unentschlossene: „Wer noch nicht weiß, was er machen will, sollte unbedingt auf die Ausbildungsroas gehen. Dort wird man einfach angesprochen und man bekommt ziemlich schnell ein erstes Gefühl dafür, welches Unternehmen und welche Ausbildung zu einem passen könnten.“
Den Einstieg macht der 18-jährige Florian Eisel. Er befindet sich bereits im dritten Lehrjahr der Ausbildung zum Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement bei der Gienger Erlstätt KG in Grabenstätt. Er entschied sich nach der zehnten Klasse bewusst gegen einen rein schulischen Weg. „Ich wollte lieber pr aktische Erfahrung sammeln und einfach mal schauen, was zu mir passen könnte“, erzählt er im Interview.
Obwohl er bereits vorab mit der Schule ein paar Ausbildungsmessen besucht hatte, entschied er sich diesmal, alleine zur Ausbildungsroas zu gehen. Sein Plan: Sich ganz bewusst Zeit nehmen und mit den Firmen ins Gespräch kommen, um einfach mal zu hören, wie sie “ticken”. Die Gienger Erlstätt KG aus Grabenstätt fiel ihm dabei besonders positiv auf: „Ich kannte Gienger vor der Ausbildungsroas noch gar nicht, obwohl ich nur wenige Kilometer davon weg wohne“, erzählt er schmunzelnd. „Die Leute am Messestand waren super sympathisch und wir haben uns echt gut unterhalten. Da war keiner abgehoben und das Gespräch war total auf Augenhöhe, wie man so schön sagt.“
Gespräch auf Augenhöhe als Türöffner




Letzteres stellte die Weichen für Ida-Sofies Zukunft: Das Unternehmen meldete sich bei ihr und sie absolvierte ein Praktikum – und war überzeugt. „Nach dem Praktikum war mir klar, dass ich hier meine Ausbildung machen möchte.“
Heute schätzt sie besonders die frühe Verantwortung und die Möglichkeit, verschiedene Abteilungen kennenzulernen. „Wir dürfen in jede Abteilung reinschauen – auch in die Produktion.“ Inzwischen stand sie selbst am Messestand und erzählte Interessierten von ihrer Ausbildung. Ihr Rat an andere: „Man sollte offen auf Unternehmen zugehen und Fragen stellen – es gibt keine falschen Fragen.“
Ida-Sofie Schneider, 17 Jahre alt und im zweiten Lehrjahr zur Industriekauffrau beih/p/cosmos sports & medical gmbh, wusste bereits in der Realschule, welchen Beruf sie nach der Schule erlernen möchte. Für sie stellte sich vor allem die Frage nach dem ‘Wo’. „Dass ich Industriekauffrau werden möchte, wusste ich schon länger – auf h/p/cosmos sports & medical gmbh bin ich aber erst durch die Ausbildungsmesse aufmerksam geworden“, erzählt sie.
Auf der Suche nach einem Unternehmen, das zu ihr passte, besuchte sie zusammen mit ihren Eltern die Ausbildungsroas. Dort fiel ihr ein Messestand mit einem Laufband ins Auge, dazu Videos, die Einblicke in den Betrieb gaben.
„Zuerst haben meine Eltern mit den Ausbildungsleitern der Firma gesprochen. Dann habe ich auch noch mit einer Mitarbeiterin der Firma geratscht und meine Daten bei einem Gewinnspiel hinterlassen.“
Auf h/p/cosmos sports & medical gmbh bin ich erst durch die Messe aufmerksam geworden




Die nächste Ausbildungsroas findet am 24. April 2026 von 8.00 bis 15.30 Uhr im Schulzentrum Trostberg statt.
Mehr als 120 Unternehmen aus dem Chiemgau – vom kleinen Handwerksbetrieb bis hin zu international tätigen Konzernen – präsentieren sich auf der Messe und geben spannende Einblicke in ihre vielfältigen Karrieremöglichkeiten.
Erstmals bietet das neue Forum „Beruf & Zukunft“ Eltern und Lehrern Austauschmöglichkeiten und Einblicke zur Berufsorientierung sowie Ausbildungs- und Karrierechancen in der Region.
Der Eintritt ist kostenlos.
INFORMATION

Auch Florian Stettwieser, 16 Jahre alt und angehender Bankkaufmann bei der Raiffeisenbank Chiemgau-Nord-Obing, fand seinen Weg über die Ausbildungsroas. „Wirtschaft hat mich schon immer interessiert, also hab ich bereits mit dem Gedanken an eine Bankausbildung gespielt. Ich war auf der Realschule in Trostberg, und dort war die Ausbildungsroas schon in der achten und neunten Klasse ein Thema – und da hab ich dann tatsächlich meine Ausbildung gefunden“, erzählt er.
Der Stand der Bank blieb ihm in Erinnerung: farbenfroh, einladend, mit Mitarbeitenden, die alles gut erklären konnten. Noch wichtiger wurde das anschließende Praktikum. „Schon am ersten Tag im Praktikum war ich begeistert vom Umgang der Mitarbeiter untereinander.“ Er erhielt Einblicke in mehrere Abteilungen, durfte sogar in die Kreditabteilung schauen – und spürte früh, dass ihm Vertrauen entgegengebracht wurde.
Heute lobt er die Abwechslung im Bankgeschäft und das angenehme Arbeitsklima. Dass drei Kolleginnen und Kollegen aus dem ersten Lehrjahr mit ihm in derselben Berufsschulklasse sitzen – darunter ein Freund seit der ersten Klasse – macht die Ausbildung für ihn noch angenehmer. Sein Tipp: „Man sollte früh anfangen, sich zu orientieren, viele Ausbildungsmessen besuchen und Praktika machen.“
Ein farbenfroher Stand und ein gutes Bauchgefühl



Fan Xia, 18 Jahre alt, hatte ursprünglich ganz andere Pläne. „Eigentlich wollte ich früher mal etwas im Bereich Marketing oder Design machen“, erzählt die angehende Automobilkauffrau bei Reiter Engineering. Von der Ausbildungsroas erfuhr sie durch ihren Lehrer. „Er hat gesagt, dass man dort viele Betriebe einmal kennenlernen kann. Deshalb bin ich dann einfach mit ein paar Freunden hingegangen.“
Der Kontakt zu Reiter Engineering entstand für sie über mehrere Berührungspunkte. Neben dem Messebesuch lernte sie das Unternehmen auch bei einem Schülerpraktikum näher kennen. Spätestens dadurch wuchs ihr Interesse an der Automobilbranche – vor allem an dem Bereich rund um Rennautos. Am Ende stand für sie fest, dass sie sich dort um einen Ausbildungsplatz bewerben möchte.
„Am Anfang war ich schon aufgeregt, weil ich nicht wusste, wie die Ausbildung sein wird", gibt sie zu. Doch die Nervosität legte sich schnell. „Die Leute im Unternehmen sind sehr nett – dadurch fühlt man sich schnell wohl.“ Anderen rät sie: „Viele Bewerbungen schreiben und auf Ausbildungsmessen gehen, um verschiedene Möglichkeiten kennenzulernen."
Vom Marketing-Interesse zur Automobilbranche


Die 17-jährige Irmgard absolviert ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten im Landratsamt Traunstein. Auf der Ausbildungsroas informierte sie sich über kaufmännische Berufe und wurde dabei auf einen Arbeitgeber aufmerksam, den sie zuvor nicht näher auf dem Schirm hatte. „Ich wusste vorher ehrlich gesagt gar nicht so genau, was man im
Landratsamt alles macht“, erzählt sie. „Dann wollte ich einfach mehr darüber erfahren, welche Aufgaben es dort gibt und welche Ausbildungsmöglichkeiten angeboten werden.“
Ein Praktikum bestärkte sie in ihrem Eindruck. Heute schätzt sie vor allem, dass die Ausbildung abwechslungsreich aufgebaut ist und Einblicke in viele unterschiedliche Bereiche ermöglicht. „Mir gefällt besonders, dass man durch verschiedene Sachgebiete kommt und nicht immer nur das Gleiche macht“, sagt sie. „Außerdem darf man teilweise sogar im Außendienst mitfahren, das finde ich schon spannend.“
Überrascht hat sie an der Messe vor allem, wie direkt der Austausch mit den Unternehmen war. „Ich fand es richtig gut, dass bei vielen Ständen Azubis dabei waren, die einfach erzählen konnten, wie die Ausbildung wirklich abläuft“, sagt sie. Anderen Jugendlichen rät sie, sich vorab Gedanken über die eigenen Interessen zu machen und dann gezielt das Gespräch mit den Ausstellern zu suchen.
Vom Messestand ins Landratsamt Traunstein





Erstmals bietet das neue Forum „Beruf & Zukunft“ Eltern und Lehrern Austauschmöglichkeiten und Einblicke zur Berufsorientierung sowie Ausbildungs- und Karrierechancen in der Region.
Stündlich finden kurze Impulsvorträge wie zum Beispiel um 11 Uhr der Vortrag von der Handwerkskammer „Warum sich eine Ausbildung im Handwerk lohnt.“ statt.
Infos unter: https://www.ausbildungsroas.de/neu-forum-beruf-zukunft/
weitere Infos

So unterschiedlich die Geschichten von Ida-Sofie, Florian Stettwieser, Fan Xia, Irmgard und Florian Eisel auch sind – sie teilen einen gemeinsamen Nenner: Der erste Kontakt auf der Ausbildungsroas war der Funke, aus dem mehr wurde. Ein Gespräch am Messestand, ein sympathischer Eindruck, manchmal ein Gewinnspiel oder ein auffälliges Exponat – und plötzlich hat man ein Unternehmen auf dem Schirm, das vorher unbekannt war.
Gerade dieser erste Kontakt entstand bei vielen in einer lockeren, unverbindlichen Atmosphäre. Anders als bei einem formellen Bewerbungsgespräch kamen die Jugendlichen auf der Messe unkompliziert mit den Unternehmen ins Gespräch, wurden angesprochen, konnten spontan Fragen stellen und bekamen direkt ein Gefühl dafür, wie ein Betrieb auftritt und wie die Menschen dort ticken.
Genau darin lag für viele der Mehrwert der Ausbildungsroas: Sie bot nicht nur Informationen, sondern eine erste persönliche Begegnung, aus der Praktika, Bewerbungen und schließlich konkrete Ausbildungswege entstanden. Wer hingeht, Fragen stellt und sich auf Neues einlässt, hat gute Chancen, mehr mitzunehmen als nur ein paar Flyer.
Wie aus einem lockeren Gespräch echte Perspektiven entstehen















11 Uhr:
Warum sich eine Ausbildung im Handwerk lohnt - Handwerkskammer
12 Uhr:
Ausbildung heute - das sollten Eltern wissen. - Industrie- und Handelskammer
13 Uhr:
Wandel des Arbeitsmarktes & neue Berufsbilder - Agentur für Arbeit Traunstein
14 Uhr:
Angebote der Berufsorientierung - Regionalmanagement Chiemgau GmbH
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