Karriere-Upgrade nach 18 Uhr:

Warum sich das berufsbegleitende Studium an der TH Rosenheim auszahlt

Lebensverändernde Inspiration und ein Infoabend in der Sparkasse – auf den ersten Blick passen diese beiden Dinge nicht zusammen. Doch für Daniel Schwab war der Vortrag über das berufsbegleitende Studium der Technischen Hochschule Rosenheim genau das: ein Wegweiser für die Zukunft.

Die Vorstellung des berufsbegleitenden Bachelors in Betriebswirtschaft und Management hat den Traunsteiner Banker überzeugt. Daniel Schwab war sofort klar: „Das probiere ich aus.” Wenn die meisten Kollegen den Laptop um 17 Uhr zuklappen, macht sich der 37-Jährige auf den Weg an die TH Rosenheim – zweimal, manchmal sogar dreimal die Woche. Nicht weil er muss, sondern weil er will.

Schwab studiert nicht nur für sich, sondern für seine Familie, seinen Sohn. Er möchte sich etwas aufbauen. „Damit es mein Bub mal leichter hat als ich”, sagt der Sparkassenfachwirt. Er kommt aus einer Handwerkerfamilie. Mittelschule, M-Klasse, Fachoberschule, Bundeswehr, mehrere Aus- und Weiterbildungen. Kein gerader Weg, aber einer mit Haltung: „Mir macht das Lernen Spaß. Ich bin Autodidakt, bringe mir vieles selbst bei.”

Der berufsbegleitende Bachelor in Betriebswirtschaft und Management wurde vor drei Jahren neu gestaltet und noch mehr auf die Bedürfnisse von Berufstätigen abgestellt. Viele Studierende haben bereits eine kaufmännische Ausbildung absolviert. Laut Studiengangsleiter Lachmann können Vorkenntnisse angerechnet werden. Das Studium kann deshalb in Einzelfällen verkürzt werden. Bei der Neugestaltung wurde zudem ein größeres Gewicht auf Management- und Führungskompetenzen gelegt.

Die Studierenden jonglieren Job, Privatleben und Studium gleichzeitig. Damit sie ihr Studium flexibel gestalten können, kombiniert die TH Rosenheim Präsenzunterricht mit gleichzeitiger Online-Übertragung. Daniel Schwab studiert seit dem Wintersemester 2023/24 und schätzt diese Flexibilität. Dass sein Studium so reibungslos läuft, liegt auch an der Kooperation zwischen Sparkasse und TH Rosenheim. Denn sein Arbeitgeber übernimmt einen Teil der Studiengebühren.

Das ist es, was die Studierenden des neuen Studiengangs ausmacht. „Eine sehr disziplinierte Arbeitseinteilung und konsequente Terminplanung”, bestätigt Studiengangsleiter Prof. Dr. Lachmann. Das hänge mit der Mehrfachbelastung zusammen. Erfreulich sei auch die bereits vorhandene Praxiserfahrung. Besonders für Projektarbeiten und praktische Anwendungen in den Lehrveranstaltungen sind diese Erfahrungen laut dem Professor „sehr von Vorteil”.

Levon Tekneyan (32) ist staatlich geprüfter Techniker für Kunststofftechnik und studiert seit dem Wintersemester 2024/25. Warum er sich für die TH Rosenheim entschieden hat? „Mir war der persönliche Austausch wichtig, mit den anderen Studierenden und auch mit den Professoren", sagt er. Den Waldkraiburger begeistert zudem das wissenschaftliche Arbeiten und die Methodik. Er lernt betriebswirtschaftliche Grundlagen, die er im Beruf vermisst hat: Controlling, Unternehmensführung, strategisches Denken – nicht als Theorie, sondern als Werkzeug.

Das Zeitmanagement ist fürs Studium laut Tekneyan „ganz entscheidend”. Die klare Semesterstruktur helfe ihm dabei: Feste Vorlesungszeiten, planbare Präsenzphasen und dazwischen bewusste Pausen. Letztere sind dem 32-Jährigen wichtig, schließlich muss er im Betrieb und gleichzeitig im Studium „performen”. Daniel Schwab ergänzt: „Man hat keine Dauerbelastung.” Im Vergleich zu vielen Online-Formaten hätten die Studierenden Zeit zum Durchatmen und Regenerieren.

Was den Studenten hilft, wenn es mal anstrengend wird? Der Gedanke ans Ziel. „Man hat einen Anfang – und man weiß auch, es hat ein Ende. Dadurch hat man immer ein Ziel vor Augen, auf das man kontinuierlich hinarbeiten kann”, sagt Tekneyan. „Irgendwann hat man dann den Bachelor.”

Auch Daniel Schwab hat ein konkretes Bild vor Augen: strategische Verantwortung, eine Führungsrolle, ein klares Gehaltsziel. Nach 15 Jahren im Vertrieb will er wachsen – vom Tagesgeschäft zur strategischen Gestaltung. Sogar die Vertiefung, die Studenten wählen dürfen, hat Schwab bereits im Blick: Künstliche Intelligenz. Es fasziniere ihn, wie sich Abläufe dadurch verändern und welche Möglichkeiten für Unternehmen entstehen.

Sieben bis neun Semester können die Studierenden spannende Bereiche entdecken und erforschen. Im fünften und sechsten Semester sind Projektstudien vorgesehen. Zur Intensivierung der Verzahnung von Studium und Praxis werden diese durchgeführt. Professor Lachmann bezeichnet sie als „ausgesprochen hilfreich”. Häufig entstehen praxisbezogene Fragestellungen, die in „fundierten und anspruchsvollen Abschlussarbeiten” münden.

Die enge Verbindung von Theorie und Praxis macht den Bachelor aus. Abends analysiert Daniel Schwab verschiedene Management-Ansätze. Am nächsten Morgen ist er schon beim Kunden. Für den Banker ist das der entscheidende Vorteil: „Was ich morgens im Job erlebe, kann ich abends einordnen und umgekehrt.”

Wer den beiden Studenten zuhört, merkt schnell: Für sie ist das Studium keine Belastung, sondern ein Werkzeugkasten. Sie warten nicht darauf, dass sich die Arbeitswelt verändert – sie sitzen im Hörsaal, um diese Veränderung morgen selbst anzustoßen.