Vom Praktikum zur Passion:
Wie Azubi Jonathan die Produktion bei KRAIBURG Elastik erlebt
Ein tiefes Stampfen zieht durch die Halle, begleitet vom vibrierenden Einsatz der Pressen und rhythmischem Surren. Die Luft ist warm und riecht leicht nach Gummi. In dieser Umgebung beginnt für Jonathan ein gewöhnlicher Morgen. Und doch eröffnet sich hier eine spannende Welt, die man von außen gar nicht erwarten würde.

Jonathan ist angehender Kunststoff- und Kautschuktechnologe im ersten Lehrjahr bei KRAIBURG Elastik in Tittmoning. Heute bewegt er sich schon mit etwas Routine zwischen den großen Maschinen, kennt die Abläufe und weiß an manchen Stellen, welche Knöpfe er bedienen muss. Für Besucher wirkt das beeindruckend komplex, für ihn werden die Abläufe langsam immer vertrauter – und genau dieser Mix aus Technik, Präzision und sichtbarem Ergebnis hat ihn gepackt. "Ehrlich gesagt kannte ich KRAIBURG Elastik vor dem Tag der Ausbildung gar nicht", gibt Jonathan offen zu. Er hatte sich verschiedene Berufe angeschaut - vom Chemikanten bis zum Schreiner war alles dabei. Doch beim Tag der Ausbildung des Unternehmens sprach ihn dieser spezielle Beruf sofort an.
"Mir war klar, dass ich nichts machen wollte, wo ich nur am Computer bin", erklärt er seine Entscheidung. Nach einem Praktikum stand für ihn fest: Das ist genau das Richtige.
Die ersten Monate seiner Ausbildung führten Jonathan durch verschiedene Stationen des führenden Herstellers von Stallmatten aus Gummi. Besonders die Prüftechnik hat es ihm angetan. "Hier testen wir das Rohmaterial auf verschiedene Eigenschaften wie Feuchtigkeit oder Zusammensetzung", beschreibt er seinen Arbeitsalltag. Anschließend werden im Labor kleine Matten gepresst und deren Reißfestigkeit und Elastizität geprüft. "Es ist echt faszinierend zu sehen, wie aus den Rohstoffen am Ende unsere Matten entstehen!"
Matten aus recyceltem Material
Was Jonathan besonders überrascht hat: Die Matten bestehen zu etwa 97 Prozent aus recyceltem Material. "Man kann auch mit wenig Chemikalien und Sojaöl trotzdem qualitativ hochwertige Matten fertigen, die dann im Stall bis zu 20 Jahre im Einsatz sind", schwärmt er. Die Tatsache, dass keine giftigen Stoffe verwendet werden und er deshalb keine besondere Schutzkleidung oder Atemschutz benötigt, findet er bemerkenswert.
Abteilungen, die Jonathan im Zuge seiner Ausbildung auch kennenlernen durfte, waren das Labor und das Technikum, wo er den gesamten Prozess der Mattenherstellung sehen und erlernen durfte. Inzwischen arbeitet er in der Verfahrenstechnik und lernt Schritt für Schritt die verschiedenen Maschinen und Pressen in der Produktion kennen. Dabei durfte er bereits bei einem Optimierungsprojekt mithelfen, bei dem es darum ging, die Heizzeit beim Verkleben der Matten zu verkürzen.
"Bei Versuchen und Auswertungen mitarbeiten zu können - das war richtig spannend!" Besonders beeindruckt zeigt sich Jonathan vom technischen Fortschritt im Unternehmen. "Der Unterschied zwischen den älteren und den neueren Pressen ist enorm", erzählt er. Es sei spannend zu sehen, wie sich die Technik weiterentwickelt und wie sich dadurch die Arbeitsschritte verändern.

In guten Händen
Die Unterstützung durch seine Ausbilder hebt Jonathan besonders hervor. "Wenn ich mal nicht weiterweiß, kann ich immer nachfragen. Die Ausbilder nehmen sich Zeit, erklären alles geduldig und gehen mit mir die Themen nochmal durch." Einmal durfte er aufschreiben, wo im Prüfprozess Abweichungen auftreten können - eine Übung, die ihm half, die Abläufe besser zu verstehen.
Auch seine Mit-Azubis Stefan und Nina bestätigen die positive Atmosphäre im Unternehmen. Stefan, kaufmännischer Auszubildender im zweiten Lehrjahr, war durch ein Schnupperpraktikum in den Sommerferien überzeugt worden. "Ich habe mich hier von Anfang an wohlgefühlt", sagt er. Ein besonderes Highlight seiner bisherigen Ausbildung war die Mitarbeit bei der Übernahme einer anderen Firma. "Das war eine tolle Erfahrung, bei der ich viel gelernt habe."
Nina, die sich im dritten Lehrjahr ihrer kaufmännischen Ausbildung befindet, kannte das Unternehmen bereits durch seinen guten Ruf in der Region Tittmoning. Was sie besonders schätzt: "Man darf komplett selbstständig arbeiten und bei Fragen ist jederzeit jemand da, der sie einem ausführlich beantwortet." Gemeinsam mit den anderen kaufmännischen Azubis durfte sie dieses Jahr die Infoboards für alle Mitarbeitenden neu gestalten - ein Projekt, das nicht nur fordert, sondern auch den Zusammenhalt stärkt.
In den Pausen trifft man die Azubis meist in der Kantine beim entspannten Austausch. Hier darf sich jeder Mitarbeiter täglich eine Kleinigkeit aus dem Kühlschrank nehmen, zum Beispiel einen kostenlosen Joghurt. Es sind auch diese kleinen Momente zwischen dem Stampfen der Pressen und der Präzision der Prüfverfahren, die den Arbeitsalltag bei Kraiburg Elastik ausmachen - eine Welt, die Jonathan erst entdecken musste, die ihn aber nun vollkommen überzeugt hat.
Zwischen Abwechslung und Tradition
Neben der fachlichen Ausbildung spielt auch das Zwischenmenschliche eine große Rolle. "Ich habe zwar noch nicht viele Erfahrungen in anderen Firmen gesammelt, aber hier fühle ich mich im Team richtig wohl", betont Jonathan. Diese Einschätzung teilen auch seine Kollegen aus den kaufmännischen Bereichen. Bei KRAIBURG Elastik zeigt sich Ausbildung nicht nur im Arbeitsvertrag, sondern im täglichen Miteinander. Die zusätzlichen Leistungen – vom Deutschland-Ticket über Zeugnisgeld und eine IHK-Abschlussprämie bis hin zu kleinen Gesten wie Geburtstagsgeschenken oder der firmeneigenen Mitarbeiter-Berghütte – sind mehr als Extras. Sie signalisieren Anerkennung und das Gefühl, ernst genommen zu werden.
Gleichzeitig fordert das Unternehmen seine Auszubildenden bewusst: Die kaufmännischen Azubis stemmen jedes Jahr ein gemeinsames Projekt, planen, diskutieren, treffen Entscheidungen. Dabei wächst nicht nur die fachliche Sicherheit, sondern vor allem das Vertrauen untereinander. „Das fordert uns – und genau das schweißt uns als Team zusammen“, sagt Nina.






Jonathan hat mittlerweile verstanden, wie vielseitig sein Beruf ist. "Kunststoffe und Kautschuk stecken nicht nur in Gummimatten, sondern auch in Folien, Autoteilen oder sogar Flugzeugteilen", erklärt er. Der Beruf sei viel abwechslungsreicher, als er gedacht hätte.
Während draußen die Welt weitgehend ahnungslos an den Produktionshallen vorbeigeht, entsteht drinnen aus recycelten Materialien und innovativen Verfahren etwas Neues. Jonathan und seine Mit-Azubis sind Teil dieser Transformation - zwischen dem rhythmischen Stampfen der Pressen und der millimetergenauen Präzision der Qualitätskontrolle. Sie lernen nicht nur einen Beruf, sondern werden Teil eines Betriebs mit langer Geschichte, der Nachhaltigkeit und Innovation vereint. Und wenn Jonathan morgens wieder durch die Produktionshalle geht, dann weiß er: Er hat seinen Platz gefunden.

