Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt – doch gezielte Bewegung und moderne Medizin können helfen, sie dauerhaft in den Griff zu bekommen. Bei der gemeinsamen Leserveranstaltung der Schön Klinik Bad Aibling Harthausen und OVB Heimatzeitungen erzählen Chefarzt Dr. Roland Rusz und Physiotherapeut Frank Desler was sie motiviert und warum für sie hinter jeder Behandlung mehr steckt als nur ein medizinischer Eingriff – nämlich die Chance, Menschen ein Stück Lebensqualität zurückzugeben.
Lebensqualität schenken
Wenn Dr. Roland Rusz (links) über seine Arbeit spricht, spürt man sofort, dass sie für ihn mehr als ein Beruf ist. Der Chefarzt des Zentrums für Wirbelsäulenchirurgie an der Schön Klinik Bad Aibling Harthausen beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, wie Menschen mit chronischen Schmerzen wieder zu einem beweglichen Leben finden können. „Schon als Medizinstudent hat mich dieses interdisziplinäre Fachgebiet gereizt“, erzählt er. Was ihn besonders fasziniert: „Man muss nicht nur Chirurg sein, sondern auch ein bisschen Radiologe, Psychologe, Orthopäde und Unfallchirurg.“

Faszination am Beruf
Diese Begeisterung teilte er nun mit einem großen Publikum: Mehr als 120 Besucherinnen und Besucher kamen zur ersten gemeinsamen Patientenveranstaltung von Schön Klinik und OVB Heimatzeitungen ins OVB MEDIA Forum in Rosenheim. Dort informierten Dr. Rusz und sein Kollege Frank Desler, Physiotherapeut in der Schön Klinik Bad Aibling, über Ursachen, Behandlungswege und Vorbeugung bei Rücken- und Nackenschmerzen.

Anhand eines realen Falls – einer jungen Patientin mit genetisch bedingten Bandscheibenschäden – zeigte Dr. Rusz eindrücklich, wie entscheidend eine genaue Diagnose ist. „Wir müssen jeden Fall individuell betrachten. Manchmal kann nur eine Operation helfen, manchmal sind Geduld und gezieltes Training der bessere Weg.“ Die moderne Wirbelsäulenchirurgie bietet heute mikrochirurgische und minimalinvasive Verfahren, die in der Schön Klinik längst Routine sind. „Unser Ziel ist, Bewegung zu erhalten, nicht einzuschränken“, betonte der Chefarzt.
Der Chefarzt machte zugleich deutlich, dass Medizin keine Frage der Ökonomie sein darf: „Wir indizieren keine Operationen aus wirtschaftlichen Gründen. Medizinische Notwendigkeit steht an erster Stelle.“ Ein Ansatz, der sich auch in seiner alltäglichen Arbeit widerspiegelt. Besonders die sogenannten Revisionsfälle – also Operationen nach bereits erfolgten Eingriffen – sieht er als besondere Verantwortung: „Diese Patienten kommen oft mit jahrelanger Leidensgeschichte. Wenn sie danach wieder sagen können, ich bin schmerzfrei und kann arbeiten, dann weiß man, warum man das tut.“
Individuelle Therapieansätze
Einen anderen, aber ebenso wichtigen Zugang zum Thema brachte Physiotherapeut Frank Desler ein. „Es gibt keine gute oder schlechte Haltung. Die Hauptsache ist, man bewegt sich“, sagte er gleich zu Beginn seines Vortrags – und traf damit den Nerv vieler Gäste.
Desler weiß aus Erfahrung, wie stark die Verbindung zwischen Bewegung und Wohlbefinden ist. Der gelernte Maschinenbauer fand während seines Zivildienstes zur Physiotherapie und blieb seitdem dabei. Heute begleitet er täglich Menschen auf dem Weg zurück in ein aktives Leben – und räumt mit Mythen auf. „Ein starker Rücken kennt keine Schmerzen – das stimmt einfach nicht. Es braucht ein ausgewogenes Zusammenspiel von Rücken-, Bauch- und Rumpfmuskulatur.“
Sein Rat: „Hören Sie auf Ihren Körper. Wenn Schwimmen Ihnen nicht guttut, dann zwingen Sie sich nicht. Der Körper sagt, was funktioniert.“ Bewegung im Alltag sei wichtiger als das perfekte Trainingsprogramm – kleine Gewohnheiten machten oft den Unterschied.

Der Infoabend zeigte eindrücklich, wie eng Chirurgie und Physiotherapie in der modernen Rückenmedizin zusammenwirken. Während Dr. Rusz strukturelle Probleme behebt, hilft Frank Desler den Patienten, ihre neue Beweglichkeit zu nutzen. „Wir geben nicht nur Anleitung, wir geben Lebenshilfe“, fasst Desler sein Verständnis der Arbeit zusammen.
Die Besucherinnen und Besucher nutzten die besondere Gelegenheit, im Anschluss an die Veranstaltung, ihre Fragen zu stellen – von konservativen Behandlungsoptionen über Infiltrationstherapien bis hin zu konkreten OP-Verfahren. „Das war ein sehr guter Überblick über die Therapiemöglichkeiten – jetzt möchte ich wissen, was in meinem Fall möglich ist", so ein Besucher aus Kolbermoor.

Fachwissen und Menschlichkeit
Gesundheit bewusst leben
Beide Experten eint die Überzeugung, dass Prävention der Schlüssel zu langfristiger Gesundheit ist. „Je älter man wird, desto wichtiger wird das Thema Gesundheit“, sagt Dr. Rusz. „Man muss bewusst und gesund leben. Prävention und Vorbeugung – das sind nicht nur leere Worte.“
Auch Frank Desler sieht sich als Begleiter auf diesem Weg. „Was ich mir wünsche, ist, dass Patienten nicht mit der Erwartung kommen: Der Therapeut macht das schon. Jeder kann selbst viel beitragen.“

In ihrer täglichen Arbeit – und an diesem Abend im OVB MEDIA Forum – zeigten beide, dass moderne Medizin weit über Diagnosen und Operationen hinausgeht. Sie bedeutet, Menschen Mut zu machen, Bewegung zurückzugewinnen und Lebensqualität neu zu entdecken.









